Schriftzug Burgfreunde Friedberg mit Banner des Vereins

Die Burgkirche



Der Grundstein zur Kirche wurde 1782 gelegt; sie sollte die ältere, aus dem Mittelalter stammende, dem St. Georg geweihte Kirche ersetzen, die etwas weiter südlich auf der Westseite der Burgstraße bis 1783 stand. Der Bau der neuen Kirche verzögerte sich aus einer Gegensätzlichkeit zwischen dem Burggrafen und der Geistlichkeit über mehrere Jahrzehnte. Ihre Fertigstellung und Einweihung erfolgte erst unter dem neuen Burggrafen im Jahre 1808. Im Grundriss bildet die Kirche ein großes gedrängtes Rechteck, an dessen Langseiten je ein schmäleres und kürzeres Rechteck vorgelegt ist. Über dem westlichen Vorbau, der Eingangsseite, erhebt sich ein niedriger quadratischer Turm aus zwei Geschossen mit flacher Endigung. Stilistisch fällt die Kirche in die Zeit des Klassizismus. Am Äußeren sind in den Korbbögen der Fenster, der senkrechten Gliederung durch breite, flache Pilaster und der Haube des Dachreiters noch Anklänge an das Barock zu spüren. Auch die lebhafte Umrahmung der Wappen in dem strengen Dreiecksgiebel über der Eingangsseite verrät noch barocke Bewegung. Es sind die Wappen des Burggrafen Walbott von Bassenheim, 1777 - 1805, (Mitte), das von zwei Schwänen mit waagrecht abgewickelten Hälsen getragen wird, und der beiden Bürgermeister, Freiherr von Zobel (rechts) und Rau von Holzhausen (links). Das Innere ist ein strenger weiter, hoher Saal, in Form und Schmuck ganz klassizistisch. Vor der Rückseite läuft eine schmale Empore, die von dorischen Säulen getragen wird. In ihrer Mitte öffnet sich die Wand unter einem weiten Korbbogen nach dem östlichen Anbau, um hier die Orgel aufzunehmen. Altar, Kanzel und Orgel sind in der Mitte der einen Langseite übereinander angebracht. In dieser Anordnung und der saalartigen Gestaltung des Raumes repräsentiert die Kirche die edle Lösung einer protestantischen Predigtkirche.

nach oben^